Dies alles hat mit dem Tod meiner Oma angefangen. Zu ihr habe ich immer schon eine besondere Beziehung gehabt. Ich war ca. 12, als ich das erste Mal meinen Körper verlassen habe; ich bin im Bett meiner Oma eingeschlafen und in der Nacht, als ich plötzlich wach wurde, habe ich ihr nur soviel sagen können, dass ich das Gefühl habe, als wäre ich von der Spitze eines bis zum Himmel reichenden Glasturms heruntergefallen.

Jahrelang habe ich darunter gelitten, dass ich abends, als ich ins Bett ging, oft das Gefühl hatte, völlig starr zu sein, ich fühtle meinen Körper nicht, aber parallel dazu ist meine Wahrnehmung viel sensibeler und klarer geworden. Es war damals immer eine Art Panikstimmung für mich, da ich das Licht nicht anmachen konnte. Alles weitete sich aus, ich konnte schärfer sehen. Dann bin ich plötzlich ganz starr geworden und in dem nächsten Augenblick war ich schon außerhalb meines Körpers. Ich kreiste in der Wohnung herum und hatte große Angst. Ich bin rüber zu meinen Eltern ‘gegangen’ und habe versucht, meine Mutti zu wecken, da ich ganz genau “gewusst” habe, dass ich jetzt sterben werden wenn ich nicht in meinen Körper zurückkehren kann.Sie reagierte aber nicht im Geringsten auf mich und empfing keine meiner Botschaften.

Als ich wieder in meinen Körper zurückgekehrt bin, ist das Wissen, dass ich mit meinem Körper nicht identisch bin und dass ich auch unabhängig von ihm existieren und verkehren kann und dass die Kommunikation ohne einen Körper existierend völlig anders ist, sofort meins geworden. In diesen Fällen denke ich auf mehreren Ebenen: einerseits denke ich daran, dass ich fähig bin, frei zu sein, andererseits habe ich Gedanken, wie “durch eine Wand kann man doch nicht durch”….

Doch es ist möglich, durch eine Wand zu ‚fliegen’. Wenn ich “draußen” bin, weiß ich, dass ich keinen Körper habe, ich bin gross und kann in einem Winkel von 360 Grad sehen. Es gibt keine Zeit, nur die Ewigkeit, und ich bin nicht nur [Name der verfassenden Person], sondern viel mehr, und parallel damit auch viel weniger. Mit weniger meine ich, dass ich weniger ein individuelles Wesen bin; ich bin Teil einer Größeren Realität, in der fast ausschließlich Liebe präsent ist. Das ist die schönste Erfahrung darin: in dem Zustand gibt es keinen Platz für etwas Böses; ich kann mit diesem Erlebnis keine meiner körperlichen Wahrnehmungen vergleichen; es ist, als hätte man einen riesigen Orgasmus, während man total in der Gegenwart ist.

Der grundsätzliche Unterschied ist, dass man beim Orgasmus nicht ‚da’ ist, denn man ist gedankenlos und vergisst seine Existenz; wenn ich aber ‚draußen’ bin, bin ich gedankenlos UND DOCH völlig präsent.

Es hängt immer von meinem jeweiligen Zustand ab, wie ich in meinen Körper zurückkehre. Wenn es mir schlecht geht, dann falle ich in meinen Körper rasch - fast mit physikalischem Schmerz - zurück. Nachher bin ich körperlich arg erschöpft, aber es gab auch Fälle, als ich die Rückkehr gut kontrollieren konnte.

Seitdem ich die Einheit und auch die Getrenntheit von Seele und Körper erfahren habe, habe ich Gewissheit darüber, dass es nur das Leben und das Existieren real sind; dass Realität nichts anderes als Liebe ist: die glänzende und größte Energie über alles. Alle haben sie in sich, und sie ist die tiefste und ursprünglichste Wahrheit. Mein Bewusstsein und die Fähigkeit, das irdische Leben aus verschiedenen Ansichten zu betrachten, hat sich verändert.

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