Liebe Lili - Deine Frage welchen Weg man nehmen sollte um zum geistigen heilen zu gelangen stelle ich mir immer wieder selbst. Da ich nicht abgesondert in einer Klause lebe sondern mittendrin stehe ist die Antwort Situationsbedingt. Ich war, wie du weißt dreißig Jahre in einem Konzern angestellt und habe einen technischen Beruf. Innerhalb von sechs Jahren hat sich alles gewandelt. Es war einmal ein Tanzpaar. so fing es wirklich an. Das Paar, du weißt, Marina und ich gingen zu öffentlichen Vorlesungen der Rosenkreuzer. Marina aus Interesse und ich ging halt mit. Verstanden haben wir beide nicht viel. Zu elitär und zu abgehoben. Eine gemeinsame Freundin brachte uns mit Reiki in Kontakt. Es folgte eine Reiki- Einweihung, die mir aber keinen besonderen emotionalen Aufbruch brachte. Besagte Freundin schleppte uns, besonders mich, zu einem Reiki- Meister um mir die Möglichkeiten dieser Handauflegeheilung zu zeigen. Wir waren ja noch beide in unseren Berufen und ich hielt dies für ein Hobby von gelangweilten Hausfrauen.

Marina entwickelte damals schon die geistigen und göttlichen Kräfte. Sie arbeitet heute noch als Gemein-dekrankenschwester, Altenpflegerin und in der Dementenbetreuung. Wir wurden also häufig Gast in dem Reiki- Kreis und machten die Einweihungen bis hin zum Meister. Dazu besuchten wir weiterhin Glaubensgemeinschaften, eine Informationsreise die bis heute anhält. Buddhisten, Sieben- Tages- Adventisten, Rosenkreuzer, Zeuge Jehova, wir wurden zu Kongressen und Veranstaltungen eingeladen und bekamen vielfältige einblicke in Glaubenauslegungen. Zwangsläufig besuchten wir Esoterikmessen, alternative Informa-tionsveranstaltungen, Seminare und Workshops, die alle einen geistigen- heilerischen- spirituellen Hintergrund hatten. Der besuch von Ausbildungsschulen war die logische Fortsetzung.

Wir belegten also zwei Schulen für die Ausbildung zum Geistigen Heiler gleichzeitig und parallel. Natürlich arbeitete bei mir das Unterbewusstsein auf Hochtouren, nur wollte ich es immer noch nicht wahrhaben. Dann platzte der Knoten. Die geistige Welt hatte eingegriffen. Ich wurde nach all den Jahren im Konzern nicht mehr gebraucht. Zu alt, zu teuer, du kennst diese Geschichten. Marina in ihrer Kraft und Stärke sagte nur, bleib zu hause, nimm die Abfindung. Wir waren zu diesem Zeitpunkt noch in den Schulen in der Ausbildung. Gesagt, getan. Innerhalb von drei Tagen war der Vertrag mit den Chefs unter Dach und Fach und ich zu hause. Das Gefühlskarussell war bei uns beiden am drehen.

Nun kam es bei mir zum Urknall. Meine “Begabungen” kamen voll heraus. Channelings oder Durchsagen von der geistigen Welt, Hilfe der Engel und des Geistführers, göttliche Hilfe und Kontakte “nach oben”. Dabei bin ich kein religiöser Mensch. Ich sehe mich auch nicht besonders spirituell und bin keineswegs den ganzen Tag im meditativen Zustand. Ja, die Praxis wurde gleich nach meinem Aufhören in der Firma gegründet. Donnerstags bleibt sie allerdings zu. Da helfe ich in der Lebensmittelverteilung, dem “Brotkorb” bei uns im Ort.

Trotzdem sind Marina und ich immer noch auf der spirituellen Suche. Geistiges Heilen und meine Lebenseinstellung, wie passt das zusammen? Ich rege mich auf über die ungerechte (was ist Gerecht?) Verteilung von Geld und Ware, es ist genug für alle da. Die Profitgier und das Machtstreben verhindern ein gütliches Miteinander. Dummheit und Arroganz, Lüge und Hass werden die Menschheit in die Vernichtung führen. Das Experiment mit Jesus Christus schlug fehl und wird wieder fehlschlagen. Mit dieser grob skizzierten Lebensphilosophie bekomme ich trotzdem die Hilfe der geistigen Welt. Ich verstehe heute noch weniger wie früher.

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren